Mein Problem mit Liebesromanen

Vor etwas über einem Jahr habe ich After Passion gelesen. Normalerweise beschäftige ich mich mit Büchern, die mir nicht gefallen, eher wenig. Doch als ich mitbekomme habe, wie sehr After Passion gehypt wird, hat mir das keine Ruhe gelassen. Jetzt, ein Jahr später, habe ich mich endlich entschieden, einen Post dazu zu verfassen.


Bevor ich anfange: Ich habe drei Bücher aus der After Reihe gelesen & mochte den Schreibstil von Anna Todd sehr gerne. Außerdem findet sich das, was ich hier gleich kritisieren werde, in vielen New Adult Romanen wieder, meine Kritik ist also nicht nur auf die Bücher von Anna Todd bezogen. Wenn du After Passion noch nicht gelesen hast, dann wird dich dieser Blogpost wahrscheinlich etwas spoilern.


Das größte Problem, was ich in New Adult Romanen sehe, ist das Schönreden von toxischen Beziehungen. Gerade bei Hardin und Tessa in After Passion passiert so viel, bei dem sich mir echt die Fußnägel gerollt haben. Streit ist ja per se nichts schlechtes und kommt in jeder Beziehung vor. Aber emotionale Erpressung & den andern unter Druck setzen, sich komplett verbiegen und aufopfern für den Partner, das klingt für mich nicht gesund.

Außerdem kommen so viele Streits durch mangelnde Kommunikation zustande, der Partner wird absichtlich eifersüchtig gemacht und es wird gelogen & Dinge verschwiegen, was das Zeug hält.

Ich weiß, dass in Unterhaltungsliteratur ein gewisses Level an Drama da sein muss. Sonst wärs ja nicht spannend.

Aber ich als Leser habe oft die Angst verspürt, das gerade jüngere Mädchen diese Form von toxischer Beziehung für romantisch halten und in ihrem eigenen Beziehungsleben danach streben. Mir ist bewusst, das man Unterhaltungsliteratur immer mit Vorsicht und kritischem Blick konsumieren muss, aber das macht nicht jeder.


Als ich das Buch gelesen habe, war ich froh, dass meine Beziehung gesund und nicht voll von Drama ist.

Leider lese ich immernoch, dass junge Menschen sich eine Beziehung wie Hardin und Tessa wünschen. Bei Tessa gabs ein Happy End, Hardin war tief im Inneren ein guter Kerl. Aber bei seinem anfänglichen Verhalten war das noch nicht abzusehen. Meine Sorge besteht darin, dass toxische Beziehungen und toxische Menschen unterschätzt werden und sich damit selbst schade. So viele junge Frauen und Männer befinden sich in toxischen Beziehungen und haben die Hoffnung, sie könnten ihren Partner zum Guten bekehren.


Ich möchte das Buch nicht schlecht reden, wirklich nicht. Aber ich würde mir einfach wünschen, das gerade hoch gehypte Liebesromane für junge Menschen etwas kritischer beleuchtet werden.




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